30.9–3.10.2022 in Berlin

Wohnen. Arbeiten. Leben.

Die Baukultur und Ideale der Moderne waren eng verbunden mit der Entwicklung moderner Gesellschaften und ihren urbanen Zentren – wie etwa der erst 1920 entstandenen Einheitsgemeinde Groß-Berlin. Im Projekt der Moderne findet auch die Hoffnung der Menschen auf eine bessere Zukunft, mehr Demokratie, soziale Teilhabe, Emanzipation und Partizipation ihren Ausdruck. Mit dem Motto „Wohnen. Arbeiten. Leben.“ widmet sich die Triennale den Antworten, die die Moderne zu gestalterischen, städtebaulichen, gesellschaftlichen, sozialen und hygienischen Fragen fand – Fragen, die auch heute wieder hoch aktuell sind. 

Hansaviertel, Berlin-Tiergarten, Im Zuge der IBA 57 entstandene Wohnblöcke von W. Gropius und P. Vago, © Foto: Ben Buschfeld, 2019

Schwerpunkt und Konzept

Wie nur wenige Metropolen weltweit eignet sich Berlin zur Vermittlung eines ganzheitlichen geprägten Bildes der Moderne. Dieses ideengeschichtliche und kulturelle Spektrum reicht von frühen Reformbewegungen des 19. Jahrhunderts und der Herausbildung der „Elektropolis Berlin“ über das Neuen Bauen der 1920er und 30er Jahre bis hin zur Post-Moderne der 1980er Jahre.

Aber auch historisch nimmt Berlin eine Sonderrolle ein und steht exemplarisch für die Verwerfungen auf politischer und gesellschaftlicher Ebene. Nach der politischen und kulturellen Zäsur der NS-Zeit knüpfte die Nachkriegsmoderne im Zuge des Wiederaufbaus wieder an Ziele und Ideale der „Klassischen Moderne“ an, wie sie etwa in der Konzeption und dem Entwurf der heute als UNESCO-Welterbe geführten sechs „Siedlungen der Berliner Moderne“ ihren Ausdruck gefunden hatten:

Weithin sichtbar kulminierte die Konfrontation der politischen Systeme in Ost und West im Städtebau. Das zeigt sich besonders eindrücklich bei der vergleichenden Gegenüberstellung von im Zuge der West-Berliner IBA 1957 errichteten Anlagen mit den in zwei Abschnitten entlang der Karl-Marx-Allee entstandenen Bauten. In den 1960er und 70er Jahren folgte der Umbau zur autogerechten Stadt. Es entstanden groß dimensionierte Wohnprojekte ebenso wie bedeutende Bauten des Brutalismus. Hierzu zählt auch die Tschechische Botschaft, in der die Auftaktveranstaltung zur Triennale der Moderne 2022 stattfinden wird.

Diese sich in einer Vielzahl der Ansätze, Ausprägungen und Ambivalenzen ausdrückende Pluralität der Moderne in Architektur, Kultur, Städtebau und Ideengeschichte wird durch ein ebenso breites Spektrum an Zugängen, Interpretationen, Formaten und aktuellen Akteur*innen gespiegelt:

Das Berliner Programm der Triennale speist sich aus Angeboten von insgesamt 24 Partner*innen. Es wird im Rahmen einer Fehlbedarfsfinanzierung durch die LOTTO-Stiftung Berlin gefördert, die durch Eigen- und Drittmittel einzelner Partner*innen ergänzt werden. Neben Touren und Architektur­besichtigungen sind Ausstellungen, Installationen, Performances, Vorträge, Diskussions-Veranstaltungen, Symposien, interaktive Formate, Live-Streams und digitale Medienangebote geplant. Eine Übersicht zentraler Programmpunkte gibt es ab Ende August.

Save-the-weekend
30.9.-3. Oktober 2022

Ansprechpartner

organisatorisch vertreten
durch das Berliner Kuratoren-Duo

Robert K. Huber
zukunftsgeraeusche GbR | BHROX
bauhaus-reuse.de | zukunftsgeraeusche.de
Büro +49 (0)30-314-72202

Ben Buschfeld
buschfeld.com – graphic and interface design
buschfeld.com | tautes-heim.de | LinkedIn
Büro +49 (0)30-25922963

Social Media

Förderung

Das Berliner Programm wird gefördert durch:


Themenfelder und Bauten

Moderne Vielfalt | Vielfalt der Moderne

  • Das UNESCO-Welterbe „Siedlungen der Berliner Moderne“, sechs Berliner Siedlungen
    die überzeugende Antworten auf die damals grassierende Wohnungsnot lieferten
  • Werks-, Verkehrs- und Infrastruktur-Bauten aus der Epoche der Industrialisierung
  • Bauten und Zeugnisse der Reformbewegungen der frühen Moderne,
    wie etwa die Gartenstadt-, die Volkspark-, die Werkbund- und die Bauhaus-Bewegung
  • Unbekannte Perlen der Moderne im ganzen Stadtgebiet
  • Spuren und Wirkungsstätten des Bauhaus in Berlin und der näheren Umgebung
  • Bedeutende Stadtplätze, Ensembles und Gartendenkmäler der Moderne
  • Ikonische Kultur-, Verwaltungs- Gemeinschafts- und Gewerbebauten des 20. Jahrhunderts
  • Bauten der NS-Zeit und Gedenkstätten, die an Verbrechen des Dritten Reichs gemahnen
  • Parallele und zum Teil direkt konkurrierende Projekte des Städtebaus in Ost und West
  • Prägende Wohnungsbauprojekte der Nachkriegszeit und der 1960-70er Jahre
  • Baukulturelle Wechselwirkungen zwischen der Nachkriegsmoderne in Ost und West
  • Bedeutende Sammlungen und Museen der Moderne
  • Labore der Stadtentwicklung und Partizipation, die das bauliche und kulturelle Erbe der Moderne
    innovativ und respektvoll wiederverwenden, umnutzen oder temporär begleiten

Weitere Themen und Orte (Auswahl)

AEG Turbinenhalle von Peter Behrens; LDA
Interieur der Akademie der Künste*
Brunnenanlage am Strausberger Platz*
UNESCO-Welterbe „Siedlungen der Berliner Moderne“ – v.l.n.r.: Gartenstadt Falkenberg, Siedlung am Schillerpark, Hufeisensiedlung Britz,
Wohnstadt Carl Legien, Weiße Stadt Reinickendorf, Großsiedlung Siemensstadt © *Alle Fotos: Ben Buschfeld